„Hurra, die weiße Fahne wurde gehisst!“

Vielleicht waren die Worte des Heiligen Augustinus „O Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen“ mit ein Grund, warum wir uns entschlossen hatten, die Ausbildung zur Tanzleiterin zu machen.

Die Freude, mit Menschen, im Speziellen mit Seniorinnen und Senioren, zu arbeiten, die eigene Tanzbegeisterung weitergeben zu können sowie das Bedürfnis und die Neugier, Tanzneuland zu betreten und zu erforschen, waren wohl weitere wichtige Impulse für unsere Entscheidung.

Mit ein wenig Herzklopfen und der Ungewissheit, was da wohl alles auf uns zukommen würde, betraten wir am ersten Tag den großen Saal im Bildungshaus Tainach/Tinje in Kärnten.

Die herzliche Begrüßung unserer Referentinnen Constanze Schöniger-Müller, Ursula Palfy und Gerhild Schaflechner sowie die überaus schmackhaften „Goodies“ und mutmachenden Sprüche auf den für uns vorbereiteten Stühlen nahmen uns die Nervosität und schufen eine sehr wohlwollende Atmosphäre.

Für unser Wohlbefinden sorgten natürlich auch die Gastlichkeit und die ausgezeichnete Küche des Bildungshauses Tainach. Dafür ein herzliches Danke!

Mit viel Schwung und Elan, Humor und Geduld und natürlich dem fleißigen Üben der uns vorgestellten Tänze tauchten wir so richtig in die Welt des „Tanzens ab der Lebensmitte“ ein. Die Abende dienten der Wiederholung des Gelernten, und natürlich kam das gemütliche Beisammensein mit regem Austausch und viel Gelächter nicht zu kurz.

Mit einigen Arbeitsaufträgen im Gepäck fuhren wir mit rauchenden Köpfen, aber voll motiviert wieder nach Hause.

„Tue, was du sagst, und sage, was du tust!“ „Eine Tanzleiterin steht nie!“ „Den Beginnfuß ansagen und an das Zauberwort UND denken!“ „Loben, loben, loben!“ … und noch vieles andere mehr wurde im 2. Modul von unseren Referentinnen Tag für Tag beinahe mantraartig wiederholt. Somit war das Erlernen und Anwenden dieser ganz speziellen, auf den Seniorentanz abgestimmten Methode Schwerpunkt unseres 2. Moduls.

Vieles davon wollte zu Beginn nicht so recht in unsere Köpfe und Beine, weil das Einhalten der einzelnen methodischen Schritte, die sowohl Kreis- und Blocktänze als auch Paar- und Mehrpaartänze sowie natürlich auch die Tänze im Sitzen und am Sessel betrafen, sehr viel Aufmerksamkeit und Disziplin erforderte.

Erst im Laufe der Praxisstunden in unseren Tanzgruppen, wo wir sowohl mittanzten als auch anleiteten, wurde uns die Bedeutung und Sinnhaftigkeit dieser Methode bewusst, und so gelang es durch konsequentes Üben, uns Schritt für Schritt dem vorgegebenen Ziel zu nähern. Auch die Verschriftlichung einer Tanzeinheit half uns, die methodischen Schritte zu vertiefen, und zeigte, wie wichtig eine gute Vor- und Nachbereitung sind.

Die Zeit bis zum 3. Modul verging wie im Flug. Jede von uns nutzte die Möglichkeit des praktischen Tuns, das sowohl Gelingen als auch Scheitern beinhaltete. Wir blieben dran und stellten uns den vielen Anforderungen, die so eine Ausbildung mit sich bringt.

Die Zeit war reif, uns zu beweisen – vor uns selbst, vor allen anderen angehenden Tanzleiterinnen und natürlich auch vor unseren Referentinnen.

Wir konnten die unterschiedlichsten Tänze in unserer Ausbildungsgruppe anleiten, uns durch viel Lob und konstruktive Kritik verbessern und immer wieder aufs Neue üben und üben und üben … und dabei die Freude am Tanzen nicht verlieren.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle EUCH, liebe Constanze, liebe Uschi und liebe Gerhild, ein ganz großes DANKE aussprechen. IHR habt uns überhaupt ermöglicht, diese wunderbare Ausbildung zu machen. IHR habt an uns geglaubt, mit uns mitgefiebert, euch über jeden Fortschritt gefreut und uns immer wieder aufs Neue motiviert.

IHR seid nicht nur sehr gute Referentinnen, sondern IHR seid auch wundervolle Frauen, die uns immer auf Augenhöhe begegnet sind.

Die Bestätigung unseres Könnens und euer Glaube, dass wir es alle schaffen werden, haben uns schließlich zum Abschlussmodul geführt. Mit dabei waren auch Monika Ratzenberger, die uns immer – auch beim Tanzen – zur Seite gestanden ist, Mara Rammlmair, die mit ihrem freundlichen und unaufgeregten Wesen für viel Ruhe und Ausgeglichenheit sorgte, und Ursula Mihelic, deren aufmerksamer Blick und feines Gespür noch viele andere Facetten an uns Tanzleiterinnen wahrgenommen haben.

Auch euch dreien ein herzliches Danke!

Es bedarf nicht vieler Worte, denn wir alle wissen, was Prüfungssituationen auslösen können. Nervosität, hohe geistige und körperliche Anspannung und so mancherlei Zweifel waren mitunter unsere Begleiter, und dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – haben wir einander den Rücken gestärkt, uns Mut zugesprochen, uns mitgefreut über jede gelungene Präsentation und uns auch getröstet über Fehler, die da und dort passiert sind.

So konnte schlussendlich die weiße Fahne von unserer lieben Vorsitzenden Anneliese Vogel, die auch am Lehrgang ST+ teilgenommen und diesen erfolgreich abgeschlossen hat, gehisst werden. Die Sektkorken knallten, und die Party ging bei Gesang und Tanz so richtig ab.

Die Zeit des voneinander Abschiednehmens war gekommen, aber jedem Abschied – so Hermann Hesse – wohnt auch ein neuer Anfang inne. Und dieser Anfang, als zertifizierte Tanzleiterinnen unsere Freude am Tanzen sowie unser Wissen und Können weitergeben zu dürfen, macht uns alle sehr stolz und glücklich.

Maria Emilie Moser