Am 1. Oktober machten sich 41 Tanz- und Reiselustige auf, um (wieder) einen Teil Englands kennenzulernen. Dieses Jahr führte uns unsere Organisatorin H. Wippel nach Wales, und unsere Reiseleiterin Ingrid Lechner-Hare zeigte uns die Sehenswürdigkeiten des südwestlichen Landesteiles Englands.
Wales hat ca. 3 Mio. Einwohner und ist in 13 Grafschaften unterteilt, die Hauptstadt ist seit 1955 Cardiff. Das Wappentier von Wales ist ein roter Drache, die Osterglocke die nationale Blume. Die keltischen Ursprünge des Landes sind heute noch erkennbar. 20% der Bevölkerung sprechen heute noch walisisch als Muttersprache, in den Schulen wird walisisch noch als Unterrichtsfach bis zum 16. Lebensjahr gelehrt. Die walisische Sprache ist sehr melodisch, hat aber mit dem Englischen nichts gemeinsam und ist daher schwer zu erlernen. Die Straßenschilder sind zweisprachig (walisisch und englisch). Es gibt sogar eigene walisische Radio- und Fernsehsender. Seit 1999 hat Wales ein eigenes Parlament, das die Berechtigung hat, Regelungen für Wales zu treffen, und ist somit nicht von London abhängig. Es gibt drei Naturschutzgebiete in Wales: Pembrokeshire, Brecon Beacons und Snowdonia.
Berühmte Waliser: Ken Follett, Richard Burton, Catherine Zeta-Jones, Tom Jones, Anthony Hopkins, Bonnie Taylor, Shirley Bassey, Laura Ashley, Roald Dahl
Nach der Landung in London/Heathrow bestiegen wir den Bus und konnten uns während der Fahrt nach Bristol mit einem Lunchpaket stärken. In Bristol besichtigten wir die Clifton Suspension Bridge, eine Hängebrücke von 200 m Länge und 75 m Höhe, die die Orte Clifton und Leigh Woods verbindet. Diese Brücke darf von LKWs nicht befahren werden, PKW zahlen Maut. Ein Ausgangsturm der Brücke war ursprünglich eine Windmühle, die zur Erzeugung von Schnupftabak diente. Der unter der Brücke fließende Fluss Avon hat den zweithöchsten Tidenhub von 15 m (höchster in Halifax). Erwähnenswert für Bristol sind auch eine Fabrik, die Heißluftballone näht, sowie die Universität für Luftfahrt und die Fabrik zur Erzeugung von Flugzeugmotoren. Anschließend fuhren wir weiter nach Bridgend und bezogen unsere Zimmer im Best Western Premier Heronston Hotel & Spa. Nach dem Abendessen wurde dann natürlich noch (sowie an jedem Abend unseres Aufenthaltes) getanzt.
Am zweiten Tag bekamen wir im St. Fagan’s National Museum einen Einblick über das Leben in früherer Zeit. Die alten Bauernhäuser und Geschäfte aus verschiedenen Epochen erinnerten an die div. Freilichtmuseen in Österreich (z. B. Stübing in der Steiermark). Hier fand sich auch ein geeignetes Plätzchen, um 2 Tänze zu wagen. Am Nachmittag erfuhren wir in Aberdare in der Penderyn Distillery (gegr. 1990) Interessantes über die Whisky Herstellung. Natürlich durften wir diesen auch verkosten.
Bei „flüssigem Sonnenschein“ machten wir am dritten Tag unseres Aufenthaltes einen Rundgang in Cardiff. Die Stadt war schon durch die Römer besiedelt und bis zum 2. Weltkrieg durch den Hafen (Tiger Bay) ein wichtiger Umschlagplatz für Kohle. Heute ist Cardiff als Sport- und Universitätsstadt bekannt. Im Millenium-Center fanden wir wieder einen Platz zum Tanzen. Am Nachmittag besichtigten wir Cardiff Castle und machten einen Rundgang durch das imposante Herrenhaus aus der Zeit von Elisabeth I. (16. Jhdt.).
Der Ausflug des vierten Tages führte uns nach Rhosilli Bay und Worm’s Head (Gower National Landscape), wo wir trotz einer Windgeschwindigkeit von 110 km/h einen Spaziergang über den Klippenpfad wagten, um den tollen Ausblick zu genießen. Den frei laufenden Pferden und Schafen schien der Sturm nichts anzuhaben. Den Nachmittag verbrachten wir in Swansea (bekannt durch den Stadtteil „Mumbels“) mit einem kurzen Rundgang und anschließender Freizeit. Swansea war ein bedeutender Hafen für die Ausfuhr von Kupfer. Heute sind die ehemaligen Kanalboote für Urlauber zu mieten.
Am fünften Tag unserer Reise besuchten wir in Kilgetty eine „Lovespoon“ Schnitzerei. Diese typisch walisischen handgeschnitzten Holzlöffel sind ein Liebesversprechen und werden bei Hochzeiten vom Bräutigam verschenkt. Jeder Löffel hat eine eigene Geschichte, die durch verschiedene Symbole in der Schnitzerei dargestellt wird. Unser Ausflug führte uns weiter nach Tenby, wo wir am breiten Südstrand entlangspazierten, vorbei an 2 Lifeguard-Stationen, dem ehemaligen „Sea-Bath“ sowie der Statue von Prinz Albert mit Ausblick auf den Nordstrand. Auf der Promenade tanzten wir mit einem großartigen Ausblick aufs Meer in einem kleinen Pavillon. Danach erkundeten wir das kleine Städtchen für eine Mittagsstärkung. Am Nachmittag besichtigten wir den National Botanic Garden in Llarthane. Die Anlage geht auf das 18. Jhdt. zurück, wo um das Herrenhaus ein Garten mit Seen und Bächen gestaltet wurde. Das Gebäude brannte 1931 vollständig ab, der Grundriss ist aber noch zu sehen. Der botanische Garten erst wurde in den 1980er Jahren angelegt. Sehenswert sind u.a. das riesige Gewächshaus (110 m x 60 m), in dem exotische Pflanzen aus allen Erdteilen zu finden sind, sowie eine alte Apotheke mit vielen Schaustücken und alten Gefäßen.
Der Ausflug des sechsten Tages führte uns am Vormittag in die St. David’s Cathedral, sie gehört zu den ältesten Anlagen in Großbritannien. Sie wurde in mehreren Etappen ausgebaut, was wir beim Rundgang durch die Kathedrale gut erkennen konnten. Am Nachmittag besichtigten wir Picton Castle und die dazugehörige Gartenanlage. Die Festung mit Rundtürmen wurde im 13. Jhdt. erbaut und noch bis vor wenigen Jahren von den Nachfahren der Familie Philipps bewohnt. Das Anwesen wird heute vom Picton Castle Trust verwaltet.
Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Wales wurde am Vormittag nochmal ausgiebig getanzt. Nach einer kurzen Fahrt Richtung Ogmore stärkten wir uns zu Mittag im „Watermill Inn“ und besichtigten am Nachmittag die Burgruine Ogmore Castle. Letzter Programmpunkt unsere Reise war ein Besuch in einem Welsh Coffee, wo wir typische Kuchen zu „Welsh Coffee or Tea“ genossen. Beim abschließenden Strandspaziergang bei einsetzender Flut war Vorsicht geboten, um nicht nasse Hosen zu bekommen.
Mit schönen Eindrücken und vielen Informationen rund um das Land sowie einer Einladung zum Wiederkommen von unserer Reiseleiterin Ingrid flogen wir wieder nach Hause.
Waltraud Bandl



